Intervalle II

Hier tauchen wir noch ein wenig tiefer in die Thematik "Intervalle" ein.

Zuerst empfehle ich den Artikel:

Ein Intervall stellt in der Musik den Abstand oder besser Tonhöhen-Abstand zweiter Töne dar.

Der Begriff Intervall stammt vom lateinischen „intervallum“ ab und bedeutet „Zwischenraum“.

 

Dabei gibt es zwei Intervall-Arten:

  • das harmonischen Intervall, bei dem zwei Töne gleichzeitig, also simultan erklingen

  • das melodische Intervall, bei dem zwei Töne nacheinander, also sukzessiv erklingen

    • melodisch Intervalle kann man bei Bedarf in aufsteigende und absteigende Intervalle aufteilen.

Hört euch das mal am Beispiel der großen Terz an:

grosse Terz harmonischMartin Seiler
00:00 / 00:04
grosse Terz melodisch aufsteigendMartin Seiler
00:00 / 00:08
grosse Terz melodisch absteigendMartin Seiler
00:00 / 00:08

 

In der Musiktheorie sind Intervalle eine wichtige Grundlage für zahlreiche Bereiche, wie den Drei- oder Vierklang, die Improvisation oder die Stufenlehre.  Im Artikel Intervalle I haben wir die Oktave mit der Eigenschaft der Frequnzverdopplung kennen gelernt und die anderen Intervalle mit Hörbeispielen gelistet.

Hier nochmal das Beispiel der Oktave. Bemerkenswert finde ich immer wieder die harmonische Variante, weil es mir durchaus passieren kann, dass ich hier nur einen Ton wahrnehme.

Schreibt mir doch, wie es Euch beim Hören des Intervalls geht:

Oktave harmonischMartin Seiler
00:00 / 00:04
Oktave melodisch aufsteigendMartin Seiler
00:00 / 00:08
Oktave melodisch absteigendMartin Seiler
00:00 / 00:08

Das kleinste Intervall in der westlichen Musik ist die Prime. Dabei erklingen zwei Töne der gleichen Frequenz also der gleichen Tonhöhe.  Im Artikel Intervalle I wurde gesagt, dass (etwas vereinfacht) das kleinste tonändernde Intervall die kleine Sekunde ist. Schauen wir uns das mal genauer an und verabschieden wir uns von der Vereinfachung.

Wenn wir zum Beispiel den Kammerton a1 spielen hat dieser eine Frequenz von 440 Hz.

  • Wenn unser Intrument nicht genau gestimmt ist und bei uns der Ton mit 444 Hz ertönt, ist das dann eine Abweichung, die wir hören können?

  • Beeinträchtigt diese Abweichung das Hörerlebnis?

  • Was passiert, wenn wir den Ton a2 mit der gleichen absoluten Verstimmung von 4Hz spielen? A2 liegt eine Oktave über dem Ton a1 und hat damit eine verstimmte Frequenz von 884Hz. Hören wir das genauso deutlich? Die relative Abweichung ist ja schliesslich nur die Hälfte.

  • oder das ganze Spiel noch eine Oktave höher bei 1760Hz und 1764Hz

Einfach mal selber reinhören und vergleichen:

440Hz SinustonMartin Seiler
00:00 / 00:02
444Hz SinustonMartin Seiler
00:00 / 00:02
880Hz SinustonMartin Seiler
00:00 / 00:02
884Hz SinustonMartin Seiler
00:00 / 00:02
1760Hz SinustonMartin Seiler
00:00 / 00:02
1764Hz SinustonMartin Seiler
00:00 / 00:02

Schreibt mir doch wie ihr die 4 Hz-Unterschiede bei den verschiedenen Frequenzen wahrnehmt.

Das kriegen wir jetzt noch nicht vollständig aufgelöst, dafür müssen wir uns in einem späteren Artikel mit der Hörphysiologie und mit anderen Stimmungen als der gleichstufigen Stimmung beschäftigen.

Für jetzt halten wir fest, dass es eine frequenzunabhängige Maßeinheit für Intervalle gibt, die sich Cent nennt.

Das Cent ist in der Weise definiert, dass ein Halbtonschritt immer 100 Cent hat. Ein Cent umfasst damit bei einem Ton mit höherer Frequent mehr Hertz als bei einem Ton mit niedriger Frequenz.  Wir können also mit der Maßeinheit Cent frequenzunabhängig Tonhöhenänderungen zwischen den Halbtonschritten beschreiben.  Bevor wir darauf genauer eingehen beschäftigen wir uns etwas tiefer mit den Halbtonschritten und kommen dann später wieder zu den Cents zurück.

Zu den Halbtonschritten